Computerwurm "Nyxem.E" verursachte kaum Schäden
Trotz teilweiser Entwarnung raten Sicherheitsexperten weiter zur Vorsicht
Der aggressive Computerwurm
Nyxem.E hat heute anders als von Experten
erwartet kaum Schäden verursacht. "Eine Katastrophe ist nicht eingetreten",
sagte der Karlsruher Virenexperte Christoph Fischer der dpa. Der Schädling ist
so programmiert, dass er an jedem dritten Tag eines Monats aktiv wird. Doch der
Ausbruch sei deutlich ruhiger verlaufen als zunächst befürchtet, sagte Fischer.
Die Zahl der infizierten Computer weltweit sei inzwischen auf 300 000 Stück nach
unten korrigiert worden.
"Nyxem.E" ist seit genau zwei Wochen im weltweiten Datennetz unterwegs.
Seither verschickt sich der auch als "Kamasutra" oder "Blackmal.E" bezeichnete
Schädling selbstständig über das Internet. Auf infizierten Windows-Rechnern
aktiviert er zum programmierten Datum seine Routine und kann, anders als viele
andere Viren, erheblichen Schaden anrichten. So löscht er unter anderem Dateien
in Microsoft-Office-Formaten wie Word, Excel oder Powerpoint. Auch gängige
Virenschutz-Software versucht er auszuschalten.
Sicherheitsexperten raten weiter zur Vorsicht
![]()
Die Nutzer hätten in diesem Fall die frühzeitigen Warnungen sehr ernst genommen
und Vorsichtsmassnahmen getroffen, sagte Fischer. Dass "Nyxem" im Vergleich mit
anderen massenhaft verbreiteten Schädlingen wie etwa
Sober so schnell die Luft ausgeht, liege aber auch an dem "Social
Engineering": Während "Sober" zum Beispiel mit trickreichen E-Mails auch in
deutscher Sprache die Nutzer zum Anklicken verführte, würden die
englischsprachigen Betreffzeilen von "Nyxem" schnell erkannt werden.
Trotz teilweiser Entwarnung raten Sicherheitsexperten weiter zur Vorsicht.
Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)
bietet für jene, deren Computer sich bereits infiziert haben, auf seinen
Internetseiten eine Entfernungs-Software zum
Herunterladen an. Zudem sollte jeder Internet-Nutzer regelmässig seine
Antiviren- Software aktualisieren und keine Anhänge von unerwarteten oder
unbekannten E-Mails anklicken.