Wie verbreiten sich Spionageprogramme und Werbesoftware?

Werbesoftware und Spionageprogramme können sich in Gratis-Software und auf Webseiten mit unlauteren Absichten verbergen oder bewegen sich einfach frei durch das Internet. Sie nutzen zahlreiche und zum Teil ungewöhnliche Methoden, um ihre Opfer in die Falle zu locken. Im Folgenden finden Sie einen Überblick über ihre Verbreitungsmethoden sowie über geeignete Tools, mit denen Sie sich schützen können.

30 Millionen installierte Spionageprogramme auf etwas mehr als einer Million getesteter Computer –  das ist das alarmierende Ergebnis einer Studie, die vom US-amerikanischen Internet-Dienstanbieter Earthlink durchgeführt wurde. Auf der Mehrzahl der PCs waren 28 Spionageprogramme ohne Wissen des Benutzers installiert. Bereits seit einiger Zeit stehen diese bösartigen Codes den durch Viren verursachten Unannehmlichkeiten nicht mehr nach. Die neue Generation von Spionage- und Werbesoftware verbreitet sich mit unglaublicher Geschwindigkeit und bewegt sich frei im Internet. In manchen Fällen treten die Programme im Gespann mit Trojanischen Pferden auf und setzen Methoden ein, die denen von Computer-Hackern ähneln. Sie können Ihren Computer nicht mehr einfach dadurch schützen, dass Sie auf die Installation von Hacker-Software verzichten. Im Folgenden werden die häufigsten Verbreitungsmethoden von Spionage- und Werbesoftware vorgestellt. 

Alles hat seinen Preis!
Gratis-Software stellt eine der bewährtesten Verbreitungsmethoden von Werbe- und Spionageprogrammen dar. Dabei waren es lange Zeit vor allem Hacker-Versionen von Anwendungsprogrammen, die solche unerwünschten Gäste bargen, aber im Allgemeinen als harmlos galten. Das bedeutete, dass Internet-Benutzer die Sicherheit ihres Computers gefährdeten, wenn sie das Geld für eine offizielle Version ihrer Software einzusparen versuchten. Aktuelle bösartige Codes verbergen sich jedoch nicht nur in Crack-Versionen, sondern auch in Gratis-Software, die von Tausenden von Internet-Benutzern genutzt wird. Peer-to-Peer-Anwendungen (P2P) für Musik- und Video-Downloads stehen an der Spitze der betroffenen Programme. Dabei wird in vielen bekannten Fällen gleich eine ganze Reihe von Spionage- und Werbeprogrammen installiert, die dann unzählige Werbefenster öffnen und den Computer erheblich verlangsamen. Dies ist der Preis, den Sie für die Nutzung von Gratis-Software entrichten müssen. Wenn eine solche Vergütung Ihnen fair erscheint, müssen Sie sich dennoch klar machen, was vielen Internet-Benutzern nicht bewusst ist: Die Deinstallation der bösartigen Codes, die sich mithilfe dieser Programme verbreiten, ist ein ziemlicher Kampf. Sollte man diese Aufgabe dennoch erfolgreich bewältigen und die unerwünschten Eindringlinge entfernen, so funktioniert dann oftmals die ursprünglich heruntergeladene Anwendung nicht mehr richtig.

Download-Plattformen bilden nicht das einzige Transportmittel für Spionagesoftware. Sie kann auch in anderen Programmen enthalten sein, die tagtäglich von Benutzern geöffnet werden, z. B. Instant Messaging oder kostenlose Übersetzungsprogramme. In den Lizenzbestimmungen dieser Anwendungen wird in oftmals auf die enthaltene Spionagesoftware hingewiesen, aber viele Benutzer lesen diese Bestimmungen gar nicht erst durch. Einige Peer-to-Peer-Anwendungen geben dem Benutzer während der Installation die Möglichkeit, Spionageprogramme abzulehnen. Daher ist es empfehlenswert, die Standardinstallation zu deaktivieren und stattdessen eine benutzerdefinierte Installation zu wählen, bei der Sie alle vorgeschlagenen Optionen prüfen können.

Haben Sie bereits einmal zuviel auf "OK" geklickt?  Leider steht Ihnen in dem Fall nur eine Lösung zur Verfügung: Sie müssen die eigentliche Anwendung, in der die Spionageprogramme enthalten sind, deinstallieren. Selbst diese Maßnahme ist allerdings oft nicht ausreichend, um auch die bösartigen Anhängsel loszuwerden. Um sicherzustellen, dass Ihr Computer frei von bösartigen Codes ist, sollten Sie ein spezielles Programm wie Norton Anti-Spyware einsetzen.

Schwachstellen verwandeln das Internet in gefährliches Terrain
Im Februar 2005 wurden mehrere Besucher einer bekannten auf Blogs spezialisierten Suchmaschine von einem Spionageprogramm in die Falle gelockt, das sich als Sicherheitssoftware präsentierte und nachdrücklich auf Installation drängte. Den meisten Bloggern war nicht einmal bewusst, was sich auf ihren Webseiten tummelte –  sie dachten, es handele sich lediglich um die Online-Werbung eines Unternehmens. Die zweithäufigste Methode, die von Spionagesoftware zur Verbreitung genutzt wird, sind auf Webseiten verborgene Programme, deren Download durch bloßes Öffnen der Seite ausgelöst wird. Besonders auf Webseiten mit ungesetzlichen oder pornografischen Inhalten finden sich oft derartige Programme. Die Verwendung einer persönlichen Firewall wie Norton Personal Firewall und die regelmäßige Aktualisierung von Norton AntiVirus bieten umfangreichen Schutz vor unerwünschten Installationen von Werbe- und Spionagesoftware.

Spionage- und Werbeprogramme der neuen Generation übernehmen Methoden von Hackern und nutzen Schwachstellen in der Programmierung aus, um in den Computer einzudringen. Manche dieser Programme durchstreifen das Internet sogar gezielt auf der Suche nach neuen Opfern, deren Schwachstellen noch nicht behoben wurden. Allein durch Herstellen einer Internet-Verbindung setzt man sich mittlerweile also bereits der Gefahr einer Infizierung aus. Die in den Computer eingedrungenen Spionage- und Werbeprogramme lösen daraufhin eine konstante Flut von Werbefenstern aus und können die Startseite des Web-Browsers ändern oder ihr eine Leiste hinzufügen, die nicht mehr gelöscht werden kann. Außerdem können sie Suchanfragen an bestimmte Suchmaschinen umleiten oder den Zugriff auf Webseiten von Virenschutzanbietern blockieren. Um das Eindringen von Malware dieser Art zu verhindern, gilt die goldene Regel: Aktualisieren Sie alle Softwareprogramme regelmäßig, damit Schwachstellen umgehend behoben werden. Zudem bieten Tools wie Norton Internet Security, das Virenschutz, Firewall und eine Antispyware-Anwendung verbindet, umfangreichen Schutz.